Eigentlich fing der Tag gar nicht so schlecht an.

Es regnete! Ich hatte also genug Gründe meinen MAC zu keinem Zeitpunkt alleine zu lassen. So sass ich schon früh am Morgen vor dem Computer und kommunizierte mit ihm. Ich tippte Buchstaben ein oder klickte auf die Maus – und zum Dank gab er mir schöne Bilder (alle seriös) oder Antworten, die ich erwartete. Es war ein harmonisches Zusammensein.

Da es draussen immer dunkler wurde (erste Herbststürme – sagt der Blick-online natürlich) machte ich das Licht im Büro an – ging mir noch einen Kaffee holen und kehrte zurück in mein Büro.

Ich bemerkte beim erneuten Betreten des Büros, dass die angeschlossene Lampe, die zwar wunderschön aussieht, nur sehr wenig Licht spendet. So schaltete ich die Tischlampe an. Diese verweigerte den Dienst (wahrscheinlich beleidigt, weil der Sommer so hell war und ich sie nicht beachtete – typisch Diva). So nahm ich den Werkzeugkoffer hervor (Ok, ok, ein Schraubenzieher hätte gereicht, aber wofür habe ich einen Werkzeugkoffer?) und nahm die Lampe auseinander – nachdem ich an allen Kontakten gekratzt hatte und sie wieder zusammenfügte leuchtete sie auch wieder – kurz – sehr kurz. Sie flackerte und machte komische Geräusche.

Langer Rede – kurzer Sinn – ich machte mich um 08:30h mit dem Auto auf den Weg in den Lumimarkt (Lampengschäft) in Pratteln.

Dort ankommen klärten mich die an der Haupttüre angebrachten Öffnungszeiten darüber auf, dass der Markt erst um 10:00h öffnet. OK – ich hatte also 90 Minuten Zeit.

Was machen? Jetzt habe ich schon die Wohnung verlassen, jetzt wird die Zeit auch genutzt! Ich las also im Auto auf meinem Smartphone Zeitungen. Es war jetzt 09:00h.

Mir kam eine Idee – letzte Woche war ich ja im Urlaub und dort wurde mein Auto sehr schmutzig. So war ich bereit zum Äussersten zu gehen und fuhr in eine Autowaschanlage zum Selberwaschen als das Auto einigermassen sauber war fuhr ich zum Lampenmarkt zurück. Es ging noch 5 Minuten bis zur Öffnung des Marktes. So blieb ich im Auto und wartete auf die Zehnuhrnachrichten. Als diese kamen, wartete ich weitere 5 Minuten – ich wollte ja nicht der Idiot sein, der vor der Türe stand, wenn die Mitarbeiter die Türe öffneten.

Punk 10:05h betrat ich den Markt. Es kam auch sofort ein Mitarbeiter auf mich zu und fragte mich nach meinen Lampenwünschen (eigentlich vorbildlich – aber ich hasse es in einem Warenhaus angesprochen zu werden, bevor ich mir einen Überblick verschaffen konnte). Ich erklärte dem netten Menschen, dass ich mehr Licht in meinem Büro benötige – und es ging los: „Wie viel Quadratmeter hat ihr Büro?“. Ich übertrieb und teilte dem Herrn mit, dass es schon sicher zwischen 20 und 25 Quadratmeter seinen (habe es anschliessend nachgemessen – es sind ein wenig mehr als 14qm). Nachdem wir den ganzen Markt durchquerten fragte er mich nach dem Preis – ich erklärte ihm, dass ich den nicht kenne, da ich noch nicht wisse, was für eine Lampe ich kaufen werde. Er präzisierte die Frage und wollte die Zahl, die ich bereit war auszugeben. Nachdem ich ihm versicherte, dass es nicht mehr als 100.- Franken sein sollten – habe ich nur noch eine leichte Armbewegung wahrgenommen, die in eine Richtung zeigte – ansonsten habe ich den Mann nie mehr gesehen. Das muss ich mir zukünftig merken, wenn ich wieder in einem Markt angesprochen werde.
Ich fand dann meine Lampe auch sehr schnell – Energiekategorie A, gross, aus Kunststoff und hell. Und sie kostet 99.- Franken. Nach dem Bezahlen („Haben Sie bereits eine Kundenkarte oder darf ich eine auf Sie ausstellen?“) fuhr ich voller Freude nach Hause. JA es regnete noch – aber auf dem frisch gewaschenen Auto sah man den neuen Dreck viel besser

Ich machte mich daran die neue, helle Lampe aufzuhängen. Das hat auch wunderbar geklappt. Es ward hell – sehr hell in meinem Büro.

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Es war 12:00h und ich sass wieder vor dem PC. Endlich! Aber was war das? Ich hatte kein Internet. Ich besann mich auf alle meine Coaching Kurse und versuchte keine Panik zu zeigen. Gaaaanz ruhig lief ich zum Modem – bei dem kein Lämpchen mehr leuchtete ausser der Anzeige, dass der Strom an war!

Ich wusste was zu tun ist! Einfach alles abstellen und nach 2 Minuten (steht so auf der Homepage – die ich nicht aufmachen konnte, da ich KEIN Internet hatte und deshalb übers Handy nachschaute – welches gar kein guter Empfang hat bei mir Zuhause) und siehe da – es ging immer noch nichts?

Sofort machte ich eine Differenzialanalyse – und fluchte wie ein Rohrspatz. Ich ging als zweites an den Fernseher (der bei mir auch über das Internet läuft) und sah auch NICHTS!

Ich machte was ich machen musste – ich rief meinen Provider an. Dem versicherte ich, dass ich nichts gemacht hätte (übliche Userantwort), ausser den Strom an- und abgeschaltet. Die nette Damen am Telefon stellte fest, dass ich einen Techniker brauche. Sie fragte mich, wann ich denn Zeit habe. Ich versicherte ihr, dass ich den ganzen Mittag zuhause sei – bis 17:00h. Sie lachte (mich aus?) und entnahm ihrem Computer, dass Donnerstagmorgen noch ein Techniker frei sei! Es war Dienstag und ich kann sicher nicht bis Donnerstag warten (am Mittwoch spielt der FC Basel – weiss denn diese Frau nicht, um was es geht?).

Sie versicherte mir, dass sie dem Techniker meine Bedenken mitteile. Mit dem Satz „es ruft sie im Verlaufe des Tages noch ein Techniker an“ verabschiedete sich die Dame von mir – ich war alleine und ich war vor allem offline. Es war still – ich war einsam – und, ja, ich erwähne es nochmals – offline.

Also – was machen? Ich setzte mich an den PC und fing an offline zu arbeiten. Aber schon nach kurzer Zeit stellten meine Fotoprogramme fest, dass auch sie nicht ohne Internet leben können. Sie baten mich den MAC wieder ans Netz zu nehmen, ansonsten können die Applikationen nicht feststellen, ob ich registriert sei. Ich nahm das Modem – packte es in eine Tasche – warf mich auf den Töff (es hat mittlerweile aufgehört mit dem Regen) und fuhr zum nächsten Shop um das Modem zu tauschen. Ich zog eine Nummer im Shop und wartete geduldig auf die Anzeige. Mein Handy läutete plötzlich in einer unglaublichen Lautstärke (habe es so eingestellt, dass ich den Techniker nicht verpasse). Ich nahm den Anruf entgegen und ein Kunde erwartete Hilfe – gleichzeitig leuchtete meine Nummer auf der Shop-Anzeige – was machen? Kunde ist wichtiger – also lies ich die Zahl ablaufen und holte mir ein neues Zetteleien mit einer Nummer drauf.

Nach 10 Minuten kam ich dann an die Reihe. Sie tauschten das Modem ohne Diskussion – super!

Ich musste jetzt aber zu meinem Kunden, dem ich versprach, in 30 Minuten bei ihm zu sein. Halb erfroren (dachte ja nicht, dass ich, nur mit T-Shirt und dünner Jacke bekleidet, mit dem Roller noch nach Liestal fahren durfte) kam ich beim Kunden an. Das Problem war schnell erkannt und gelöst. Ich freute mich auf Zuhause – und vor allem hoffte ich, dass das Modem die Lösung sei, doch stellte ich fest, dass es schon 17:00h war und ich den nächsten Termin hatte – in Münchenstein. Auch hier gab es keine grossen Probleme.

Kaum habe ich die Türe des Kunden hinter mir zu gemach rief auch schon ein Techniker an, um mit mir einen Termin für den nächsten Tag um 11:00h zu vereinbaren. Super.

Ich erzählte ihm, dass ich das Modem ausgetauscht habe und es gleich nach dem Nachtessen testen werde. Er versicherte mir bei dieser Gelegenheit, dass es nicht am Modem liegen könne.

Endlich zuhause angekommen schloss ich das Modem an – und wartete – und wartete. Es war wie früher in der Schule, wenn der Lehrer die Noten verteilte und man wartete und wartete.

Nach ewiger Zeit blinkte ein Lämpchen, das kürzlich, also heute Morgen, noch nicht brannte – es war zwar Rot – aber es brannte. Nachdem alle Lämpchen mal rot und grün leuchteten – gingen alle wieder aus – UND – dann alle wieder an und das erst noch grün. Ich war wieder Online! Auch der Fernseher funktionierte auch.

Jetzt musste ich nur noch den Provider darüber informieren, dass der Techniker nicht kommen solle. Nachdem ich zwanzig Minuten in der Telefonwarteschlange wartete, verschob ich meine Prioritäten und schaute Fussball.

Am Donnerstag Morgen habe ich dann der Hotline persönlich angerufen und den Termin mit dem Techniker abgesagt. Ich wurde noch total unsicher als die Dame mich gebeten hat es mir gut zu überlegen, dem Techniker abzusagen – so würde ich in der Warteschlange wieder ganz nach hinten fallen, wenn denn doch noch etwas sei. Nachdem ich nochmals kurz den Fernseher angeschaltet und die Leitung getestet habe, sagte ab!

Heute Punkt 11:00h läutete es. Die Post? Ich drückte die Tür auf – und im Gang hörte ich einen Mann mit der Frage: „Mesmer – welches Stockwerk?“. Was für ein Service!

Als der Mann nicht sofort zu mir kam – sondern in den Keller ging – das machen Postboten nie – da war ich mir sicher ging auch ich in den Keller und sah dort, ich denke es ist wenig überraschend, einen Techniker, der die Leitungen testete.

Nachdem geklärt war, dass ich ihn nicht mehr brauche, tranken wir noch einen Kaffee zusammen und tauschten uns noch über Leitungs- und Supportprobleme aus. Bevor er ging wollte der gewissenhafte Mann noch einen Blick auf das Modem richten. Er tat das dann auch er fand keine Fehler mehr!

Offensichtlich habe es dem Modem nicht gut getan, dass ich die Sicherung einfach ein- und ausgeschaltet habe um die Lampe zu montieren.

Er verabschiedete sich und stellte fest: „Sie haben es recht hell in ihrem Büro“ – Recht hat er!